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Au Pair Erfahrungsbericht Lesley in Kalifornien

Mein Jahr als EurAupair Au Pair war die aufregendste Zeit, die ich bis jetzt hatte. Es fing alles mit dem Ausfüllen des Onlineformulars an und von da an ging alles ganz schnell. Naja, so fühlt es sich jedenfalls jetzt an. Zwischen meiner Anmeldung und der Ausreise lagen etwa sechs Monate.

Ich werde das alles ein wenig überspringen und dort anfangen, wo das Abenteuer richtig begann: Am Stuttgarter Flughafen. Dort stand ich gemeinsam mit einem weiteren Au Pair, völlig überfordert mit all meinen Emotionen und der Aufregung vor dem, was mich erwartete. Wir schafften es tatsächlich heil nach New York und da unsere Training-School direkt am Central Park und nur wenige Gehminuten vom Times Square entfernt war, konnten wir abends die Stadt, die niemals schläft, auf eigene Faust erkunden. Mein schönster Moment ist und bleibt der, als wir auf dem Rockefeller Building standen und die ganze Stadt bei Nacht bestaunen konnten. Das war der Moment, wo ich wusste, dass Amerika mein Zuhause sein wird.

Insgesamt waren wir eine Gruppe von acht deutschen Au Paris und trotz unserer verschiedenen Charaktere haben wir uns sehr gut verstanden. Das hat den Abschied am Ende der ersten Woche dann auch noch schwerer gemacht. Die Vorfreude auf meine Gastfamilie und mein neues Zuhause, einem Vorort von San Francisco, war jedoch größer. Auch wenn ich, im Gegensatz zu seeeeeeehr vielen anderen Mädels gar nicht so wirklich nach Kalifornien wollte, sondern eher an der Ostküste bleiben wollte.

Angekommen in San Francisco verbrachte ich den ersten Abend mit meiner texanischen Gastfamilie, den zwei Jungs (8 &10) und dem vorherigen Au Pair. Sie zeigte mir in der Woche danach auch die Gegend und stellte mir ein paar andere Au Pairs vor. Nach einer Woche trat sie ihren Reisemonat an und ich durfte das Ding alleine rocken. Anfangs hatte ich etwas Heimweh. Ich kann nicht genau sagen woran es lag. Ich habe schon lange nicht mehr zuhause gewohnt und hatte auch in Deutschland nicht immer meine Familie um mich herum, aber in der Zeit wollte ich am liebsten alles abbrechen und nach Hause fliegen. Zum Glück hab’ ich das nicht gemacht! Es wäre mein größter Fehler gewesen. In diesem Jahr habe ich gelernt, meinen inneren Schweinehund zu bekämpfen.

Mein Arbeitstag sah fast immer gleich aus: Die Kids für die Schule fertig machen. In die Schule bringen, zuhause ihre Betten machen, nachmittags beide abholen, einen Snack zubereiten, sie zu ihren Nachmittagsaktivitäten bringen und wieder abholen, zuhause diskutieren wie lange sie am Computer spielen dürfen, Hausaufgaben machen, Dinner vorbereiten und nach dem Abendessen, mit der ganzen Family, hatte ich Feierabend. Ich musste also, wenn überhaupt, nur 4 Stunden am Tag arbeiten! Meine Freizeit habe ich mit verschiedenen Au Pairs verbracht, aber die wichtigsten waren Eva und Miri! Eva und ich hingen fast acht Monate jeden Tag aufeinander und waren entweder beim Sport, in der Mall, oder feierten eine Pancake & Netflix Party. Miri und ich konnten nach einer Weile alle Frozen-Yoghurt Sorten auswendig und die Starbucks Barista dafür unsere Namen.

Oft haben wir San Francisco unsicher gemacht. Man konnte am besten mit der U-Bahn in die Stadt rein und dort alles erkunden. Bis heute ist SF meine Lieblingsstadt. Man hat dort alles. Kunst, Kultur, Natur und die Menschen sind so nett und easy going, am Ende des Tages wollte ich gar nicht weg.

Ein großes Highlight war ein spontaner Mini Roadtrip von Eva und mir. Wir setzten uns an einem Samstag ins Auto und entschlossen uns einfach die Route 1 ein bisschen entlang zu fahren und dort halt zu machen, wo wir wollten. Wir haben die tollsten Strände gesehen und ja, die Surfer waren auch ganz schnuckelig. Schöner als die Surfer war aber der Sonnenuntergang an diesem Tag. Wir fanden ein verlassenes Stück Strand und schauten dort zu, wie langsam die Sonne im Meer versank. Zum Glück sind dort jede Menge Bilder entstanden. Die Farben waren wirklich der Wahnsinn.

Aber gut. Ich höre auf zu schwärmen und komme zu einem etwas traurigen Thema, denn nach etwa sechs Monaten habe ich mich entschlossen, ins Rematch zu gehen, da ich mich aus verschiedenen Gründen in meiner Familie nicht mehr wohl gefühlt habe. Rematch bedeutet, dass man aus seiner alten Familie raus geht und sein Jahr in einer neuen Familie zu Ende macht. Rematch ist ja wirklich etwas, was alle Au Pairs fürchten, aber ich muss sagen, auch wenn in der Zeit viele Tränen flossen und sich der Prozess etwas hinzog, war es wirklich nicht so schlimm, wie ich dachte.

Ich fand Ende August eine neue Familie in Boston. Meine Gastmutter kam aus Boston, der Vater aus Mexico und sie hatten eine Tochter. Sie war sieben und meine kleine Prinzessin. Also musste ich mich tatsächlich von meiner Miri und meiner Eva verabschieden und meine restliche Zeit ohne sie verbringen.

Die Aufgaben in Boston waren ähnlich, nur, dass ich dort mit rosa Legos gespielt habe und nun Hilfe hatte, wenn ich abends wegging und nicht wusste was ich anziehen sollte. Meine kleine (ja, MEINE) liebte es in meinem Kleiderschrank nach Outfits zu stöbern und den passenden Schmuck auszusuchen. Auch mit meinen Gasteltern war es sehr entspannt. Mit meiner Gastmutter verquatschte ich mich nachmittags oft und wir beide mussten dann zum Busstop sprinten, um die Kleine rechtzeitig abzuholen. Mein Gastvater und ich unterhielten uns oft über das Nachtleben in Boston und er gab mir immer irgendwelche Insider Tips, denn ich war zu dem Zeitpunkt nämlich schon 21. ( Whoop Whoop).

Meine Freizeitaktivitäten haben sich auch nicht wirklich verändert, nur dass es in Boston doch etwas kälter war, als in San Francisco. Aber auch dort lernte ich schnell zwei liebe Au Paris kennen. Bianca und Lea. Mit Bianca war ich jeden Samstag im Dezember in New York. Man konnte morgens sehr günstig den Bus in die Stadt nehmen und dann abends den letzten zurück nach Boston nehmen. Es war wirklich mega. New York in der Weihnachtszeit ist ein must see!! Lea und ich waren viel in Boston unterwegs und hatten unter anderem ein sehr lustiges Wochenende in Philadelphia.

Ich habe mich am Ende des Jahres, schweren Herzens, gegen eine Verlängerung entschieden. Die Zeit in Amerika mit all den Höhen und Tiefen war die schönste Zeit meines Lebens. Ich habe Freunde für’s Leben gemacht und ein Land kennengelernt, was mir persönlich das erste Mal das Gefühl gegeben hat, zuhause zu sein und dazuzugehören.

Also wenn du bis hier hin gelesen hast und noch mit dir haderst, ob du dich bewerben sollst, oder nicht, dann denk’ nicht mehr nach, sondern mach es einfach! Du wirst es nicht bereuen!

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