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Schüleraustausch Erfahrungsbericht Sören in Pennsylvania

Hallo, mein Name ist Sören. Ich habe ein Jahr an der Steel Valley Senior High-School in Munhall, einem Vorort von Pittsburgh in Pennsylvania, mit ASSE verbracht.

Obwohl es schon eine Weile her ist, kann ich mich noch gut an meinen ersten Schultag erinnern. Wer schon einmal die Schule oder Klasse gewechselt hat, kennt diesen Moment und hat ihn meist als negative Erfahrung in Erinnerung. Ganz anders war jedoch meine Erfahrung in den USA, denn die Mitschüler waren dort sehr viel offener und sind sofort auf mich zugekommen und wollten alles über mich erfahren. Als sie gemerkt haben, dass mein Englisch nicht perfekt ist und ich ein „foreigner“ bin, hatte sich sofort die ganze Klasse um mich versammelt und alle wollten mit mir reden, was ein tolles Gefühl war. Direkt am ersten Abend wurde ich daraufhin zum Fußballspiel eingeladen und eine Mitschülerin mit Auto hat mir angeboten, mich nach Hause zu bringen. Das ist nur ein Beispiel dafür, dass es in den USA sehr viel einfacher ist neue Kontakte und den Anschluss zu anderen Schülern herzustellen.

Eine weitere wichtige Erkenntnis ist, dass die meisten Freundschaften mit Amerikanern für unsere Verhältnisse sehr oberflächlich sind. Deshalb sollte man auf jeden Fall an sogenannten „extracurricular activities“ teilnehmen, um intensiv Zeit mit Freunden zu verbringen und so tiefere Freundschaften aufzubauen. Ich, für mich habe die Möglichkeit genutzt verschiedene Sportarten auszuprobieren, für die sich in Deutschland nie die Möglichkeit geboten hatte. Während man in Deutschland bereits einen festen Freundeskreis und seine wöchentlichen Aktivitäten hat, ist man während seinem Auslandsjahr zunächst vollkommen frei und hat sehr viel Freizeit, die man auf jeden Fall dazu nutzen sollte neue Sachen auszuprobieren. Ich war daher damals sowohl im Cross-Country, als auch Schwimm- und Volleyball-Team. Im Schulsport war ich zwar nie gut in Volleyball, und Freistil- Schwimmen konnte ich anfangs auch noch nicht, jedoch hat man hier täglich Training und lernt daher die Sportarten sehr schnell. Für die meisten amerikanischen Schüler ist es auch das erste Mal, dass sie die Sportart ausprobieren. Volleyball und Schwimmen sind übrigens beides Sportarten die ich auch heute fast 5 Jahre später - während meinem Studium noch mache.

Eine andere Besonderheit an der Schule in den USA ist auf jeden Fall noch die Tatsache, dass man viele Fächer frei wählen kann. In meinem Fall habe ich z.B. die Möglichkeit genutzt und in Chemie und Physik sogenannte „Advanced Placement“ Kurse belegt, bei welchen man tieferes Wissen erlangt.  Davon habe ich später bei der Vorbereitung auf mein Abitur in Deutschland sehr profitiert. Auf der anderen Seite habe ich dafür dann aber auch einfachere Fächer wie Wirtschaft, sowie zwei Sportkurse gewählt, welche ich so an meiner deutschen Schule in der Form nie belegen könnte. Da viele Schüler ihre Fächer frei wählen können, gibt es keine festen Klassen und jede Stunde verbringt man mit anderen Schülern, wodurch man noch einmal die Chance hat schnell viele verschiedene Leute kennenzulernen.

Mit Abstand das Beste an der Amerikanischen High School, was man ansonsten nur aus Filmen und Serien kennt, ist definitiv der Abschluss (Graduation) und der Abschlussball (Prom). Beides sind sehr große und wichtige Events für die Schüler und deren Familien, weshalb es eine einmalige Erfahrung ist, dabei zu sein.

Neben der Schule ist für einen Auslandsaufenthalt die Gastfamilie entscheidend. Hier heißt es, offen sein für Neues und die Chance zu nutzen in einem komplett anderen Umfeld Erfahrungen zu sammeln. Ich persönlich war sehr zufrieden mit meiner Gastfamilie und hatte das Glück, einen zweiten Austauschschüler aus Tschechien als Gastbruder zu haben, mit dem ich sehr viel Zeit verbracht habe und viele gemeinsame Freunde hatte.

Die Kontakte, die ich während meinem Auslandsaufenthalt geknüpft hatte, pflege ich bis heute. Ich habe meinen Gastbruder bereits zweimal in seiner Heimat in Tschechien besucht und letzten Sommer mit ihm zusammen eine Rundreise durch die USA gemacht, um unsere Gastfamilie und Freund von damals wieder zu sehen. Das Highlight bisher war, als vor 3 Monaten mein Gastvater für einen Trip nach Europa gekommen ist und ich ihm meine Heimat zeigen konnte.

Neben den vielen neuen Kontakten, hat das Auslandsjahr mir jedoch auch sehr stark geholfen mich persönlich weiterzuentwickeln, indem ich bestimmte Aspekte der amerikanischen Kultur, wie die offene Kommunikation, für meinen Alltag angenommen habe. Die Herausforderung sich in kürzester Zeit an eine andere Kultur und Umfeld anzupassen, hat mich viel selbstständiger gemacht, was mir letztendlich den Beginn meines Studiums stark erleichtert hat. Ein Auslandsjahr mit ASSE kann ich jedem nur empfehlen.

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