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Schüleraustausch Erfahrungsbericht Greta in Südkorea

"Ein Jahr im Ausland"

"Ein Jahr im Ausland" – klingt für viele wie eine zu große Herausforderung oder gar wie eine beängstigende Angelegenheit. Aber es gibt auch Menschen, die das anders sehen - zumindest aus einer anderen Perspektive. Was wir normalerweise kennen, ist ein Schüleraustausch, der uns über den Sprachunterricht in der Schule für eine Woche in ein anderes Land führt, oder einen 3 bis 6 Monate langen Auslandsaufenthalt, während dem man sich zwar gut einlebt, das Haus der Gastfamilie jedoch nicht zu einem neuen Zuhause wird und bei dem die Gastfamilie zu Freunden, aber oft nicht zu einer zweiten Familie werden. Viele Schüler trauen sich nicht ihren gewohnten Alltag für ein ganzes Jahr hinter sich zu lassen, weil sie in Ungewissheit schweben, was die Umstände im anderen Land betrifft. Sie fragen sich, ob es nicht zu weit von Zuhause entfernt ist, die Sprache im anderen Land ein Problem sein könnte oder ob man sich mit der Gastfamilie genauso gut versteht wie mit der eigenen. Aber eigentlich gibt es keinen Grund dafür, unsicher zu sein, wenn eine Familie ihre Türen öffnet und einen willkommen heißt, denn sie möchte einfach nur jemandem die Möglichkeit geben, ihre Kultur besser kennenzulernen.

So war es bei mir, als ich vor einem Jahr im November 2018 entschieden habe, von August 2019 bis Juni 2020 in Südkorea zu leben. Es war keine einfache Entscheidung, zumal Südkorea eher eines der unbekannten Länder für einen Auslandsaufenthalt ist, doch ich hatte entschieden, dass es kein Land sein musste, dessen Sprache ich schon fließend beherrschte. Obwohl ich früher einmal überlegt hatte, ein Auslandsjahr in den USA zu machen, wollte ich doch eine größere Herausforderung wagen. Der kulturelle Unterschied sollte größer sein und diese Entscheidung habe ich nun, da ich in Daegu lebe, kein einziges Mal bereut.

Meine Gastfamilie

Bereits beim Schreiben mit meiner Gastmutter per Email und der koreanische App KakaoTalk habe ich gemerkt, dass es ein riesiger Spaß werden würde, mit ihr für ein Jahr in derselben Wohnung zu leben. Wir teilen nämlich nicht nur dieselben Vorlieben, was Freizeitaktivitäten betrifft, sie schien wirklich großes Interesse an mir zu haben.

Meine koreanische Gastfamilie besteht aus meinem 51-jährigen Gastvater, meiner 45-jährigen Gastmutter und meinen beiden Gastbrüdern (13 & 19). Im Einzelnen sind sie alle sehr verschieden, aber wenn es um das Zusammenleben in der Familie geht, mögen sie hauptsächlich die gleichen Sachen: Im Herbst, solange es noch nicht zu kalt ist, gehen sie gerne Wandern oder mit Onkel, Tante und den Eltern des Vaters auf Ausflüge.

Und es blieb mir auch nichts anderes übrig, als mich sofort wohl zu fühlen! Man hatte mich direkt nach meiner Ankunft mit zu Familientreffen, Tempelbesuchen und mit ans Meer genommen und mir viele schönen Orte im Umkreis Daegus und nahe Seoul, der Hauptstadt Koreas, gezeigt. Zusammen mit meiner Gastmutter an ehrenamtlichen Veranstaltungen teilzunehmen oder mit ihr in eines der großen Einkaufszentren zu gehen, wurde außerdem zu einer meiner neuen Lieblingsaktivitäten und auch meine Hobbys wie Yoga und Geige spielen, konnte ich hier aufgrund der Hilfe meiner Gasteltern wie gewohnt weiterführen.

In der Schule war es nicht anders

In der Schule war es nicht anders, da die Schüler und Lehrer mich herzlich willkommen hießen, mir bei Fragen immer entgegenkamen und ich genauso offenherzig waren, sodass wir nach ihren Prüfungsphasen zusammen in die Innenstadt gingen, selbst wenn das Verständigen manchmal schwer sein konnte. Und obwohl es in der Gastfamilie ab und zu auch Meinungsverschiedenheiten gab - so wie es in Familien üblich ist - haben wir uns wieder vertragen und zusammen für alles eine Lösung gefunden.

Zusammengefasst haben mir meine ersten drei Monate, die ich hier in Südkorea verbringen durfte, sehr gut gefallen. Meine Erwartungen an den Aufenthalt sind bereits in Erfüllung gegangen und durch ASSEs koreanische Partnerorganisation, haben andere Austauschschüler und ich außerdem an viele Veranstaltungen wie Konzerten und Ausflügen teilnehmen können. Mein Abenteuer geht noch weiter. Zudem versuche ich meiner Gastfamilie so viel wie möglich zurückzugeben, denn sie hat mir nicht nur gezeigt, wie schön Korea auf den ersten Blick sein kann und wie sich ein koreanischer Alltag lebt, sondern auch dass man sich in einer so anderen Kultur, mehr als eintausend Kilometer von der eigenen Heimat entfernt, wie zuhause fühlen kann.

Letztendlich hoffe ich, dass auch andere Schüler in meinem Alter vermehrt einen Schritt wagen und sehen, was in anderen Ländern auf sie wartet.

Liebe Grüße aus Daegu, Greta!

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