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Schüleraustausch Erfahrungsbericht Vivien in Kanada

Ich habe eine wundervolle, aufregende und lehrreiche Zeit in Québec erleben dürfen. Die 10 Monate sind wie im Flug vergangen und ich kann es immer noch nicht ganz fassen, dass mir tatsächlich mein Traum erfüllt wurde.

Bereits seit der 5. Klasse hatte ich den Wunsch, ein Jahr im Ausland zu verbringen.

Kanada hat mich vor allem durch seine Weite und unberührte Natur verzaubert. Nach langer Vorbereitung ging es im August 2016 dann endlich los. Die erste Woche haben alle Austauschschüler zusammen im Vorbereitungscamp verbracht. Zu der Zeit habe ich bereits bei meiner richtigen Gastfamilie gewohnt, die mich auch am Flughafen abgeholt haben. Zuhause habe ich meine zwei jüngeren Gastgeschwister kennen gelernt und ich durfte mein eigenes Zimmer beziehen, welches meine Gastmama sehr nett für mich vorbereitet hatte. Die ersten paar Tage waren sehr aufregend und ich habe viele spannende Eindrücke gesammelt. Mit den anderen Gastschülern haben wir zum Beispiel Montreal und Quebec City besucht.

An meinem ersten Schultag war ich furchtbar aufgeregt. Der traditionelle gelbe Schulbus hat mich direkt vor der Haustür abgeholt und zur Schule gebracht (ca. 30min Fahrt). Meine Schule begann 9:15 Uhr und endete 16:00Uhr. Ich habe mich schon ein wenig verloren gefühlt. Aber es ist wichtig, auf die Mitschüler zuzugehen trotz der Sprachbarriere. Ich habe schnell gemerkt, dass alle sehr offen sind. Vor allem die Lehrer sind deutlich entspannter als in Deutschland und werden zum Beispiel auch geduzt. Mein Stundenplan wechselte im A-B-C-D Wochenrhythmus. Fächer wie Kochen, Theater, Tanzen, Hockey und Multisport gehören zum normalen Schulalltag. Generell ist der Schulstoff viel einfacher, so dass ich schnell Anschluss finden konnte trotz Sprachproblemen.

Nach dem Unterricht gibt es fast an jeder Schule Möglichkeiten Sport, wie Football, Cheerleading oder Volleyball zu treiben. Ich wurde zum Beispiel in die Volleyballmannschaft der Schule gewählt und wir waren zusammen am Wochenende zu Wettkämpfen unterwegs. Wir hatten viel Spaß zusammen. Es gab auch viele andere zahlreiche Aktivitäten, wie zum Beispiel Jahrbuchgestaltung oder die Abschlussballplanung.

Am Anfang hatte ich ein paar Startschwierigkeiten mit meiner Gastfamilie, aber die konnten wir durch Gespräche klären. Probleme sollte man ansprechen, ansonsten trägt man sie ein ganzes Jahr lang mit sich rum. Es ist nicht in jedem Fall clever, gleich die Familie wechseln zu wollen. Im Verlaufe meines Aufenthaltes haben wir als Familie einiges unternommen. Zum Beispiel waren wir zusammen campen im Nationalpark, haben die Ureinwohner Québecs besucht und waren in einer Cabana à sucre, wo der köstliche Ahornsirup hergestellt wird. In Québec werden auch schnell die kleinen Dinge zum Erlebnis, wie zum Beispiel Einkaufen. Es ist unglaublich, wie groß das Angebot der Supermärkte ist!  

Im Winter wird es dann natürlich richtig kalt (-30°C mindestens) und der Schnee bleibt mehrere Monate liegen. Das eignet sich perfekt zum Ski fahren, meistens bieten die Schulen das auch an. Mit Freunden war ich zum Beispiel auch Eisfischen.  

Es ist einfach wichtig alles auszuprobieren, selbst wenn man vielleicht keine richtige Lust hat. So habe ich schnell viele Bekanntschaften schließen können.  

Nach Weihnachten verging die Zeit unbeschreiblich schnell! Die Ereignisse reihten sich aneinander und manche sind kaum fassbar. Im Frühjahr war ich mit meiner Schule für 3 Tage in New York und in New Hampshire, einem Wandergebiet. Ich hätte mir nie erträumt, dies sehen zu dürfen.

Sobald der Schnee weg ist, weiß man, dass nicht mehr viel Zeit bleibt. Ich habe versucht die letzten Tage voll und ganz zu genießen. Das Schuljahr endet mit der „Diplomvergabe“, wo jeder Schüler in Robe gekleidet sein Abschlussdiplom erhält. Für mich war das ein sehr prägender Moment. Meine Absolventenkappe durfte ich natürlich mitnehmen.

Dann bleibt nur noch der Abschlussball, worüber das ganze Jahr lang gesprochen wird. Das Thema Kleid begleitete mich schon viele Wochen davor. Die Mädchen kleiden sich in pompöse Kleider und manche wurden sogar in einer Kutsche vorgefahren. Sicherlich übertreiben es die Kanadier manchmal, aber sie sind stolz auf ihre Tradition und drücken das auch aus. Ich habe einen wunderschönen Abend erlebt.

Sicherlich ist nicht jeder Tag ein guter Tag, aber wo ist das schon so? Manchmal hatte ich auch Heimweh oder habe mich furchtbar einsam gefühlt. Aber das Schlimmste an meinem Auslandsjahr war die Verabschiedung. Ich habe eine wunderschöne Zeit erlebt, die ich nie vergessen werde! Ich habe innerhalb des Jahres so viel über mich selbst und Kanada gelernt. Außerdem habe ich ein zweites zu Hause gefunden, wo ich immer willkommen sein werde.

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